Düngemittelrecht und Umweltrecht. Oder: Das Uran auf deutschen Äckern.

Gepostet von am Donnerstag, 13 November, 2014 in Allgemein | Keine Kommentare

“Text und Redaktion für Rechtsanwälte” ist als Aufgabenfeld viel abwechslungsreicher, als man denkt. Man lernt ständig Neues, und nicht nur Juristisches.

Gerade ging die Website der Hamburger Anwaltskanzlei für Verwaltungsrecht von Dr. Kai Hentschelmann online, für die wir die Texte beigesteuert haben. Ein besonderer Schwerpunkt von Rechtsanwalt Hentschelmann sind Umweltrecht, Abfallrecht und Düngemittelrecht. Nun klingt “Dünger” nicht nach einem Thema, das vor Unterhaltungswert glitzert. Aber auch hier kann man spannende Dinge erfahren.

Beim Recherchieren stolperte ich über eine Information der Wikipedia: Im Rahmen normaler Düngung würden 160 Tonnen Uran im Jahr auf deutschen Äckern versteut. Jährlich. (Das Phosphat, das nun mal ein wichtiger Bestandteil von Mineraldüngern ist, bringt das Uran quasi mit,  je nach Lagerstätte mehr oder weniger.)

160 Tonnen radioaktives Schwermetall? Pro Jahr? Dort, wo die Körner für unsere Müsli-Flocken und das Mehl für Hamburger-Brötchen angebaut werden?  Das klingt skandalös. Nur: Diese Zahl, die bezeichnenderweise aus öffentlich-rechtlichen “Dokumentationen” stammt, stimmt leider  (nein, Gott sei Dank) gar nicht.

In Wirklichkeit enthält handelsüblicher Dünger viel weniger Uran (hier nachzulesen). Bei der Wikipedia selbst wurde die Behauptung vor Kurzem denn auch herausgenommen. Das Ganze zeigt das klassische Problem der Düngemittelunternehmen: Die ganze Branche steht gewissermaßen unter Generalverdacht. Da wird auch gern geglaubt, dass profitgierige Düngemittelhändler bundesweit für strahlenden Klatschmohn am Feldrain und radioaktive Vollkornkekse auf deutschen Kindertellern sorgen.

Um so interessanter war es, Websitetexte für diese Zielgruppe zu schreiben.

(Übrigens habe ich dabei auch noch gelernt, dass man aus den nichtverkauften, altbackenen Croissants der Starbucks-Filialen in Hongkong Biokunststoffe gewinnt,  dass man in Zukunft mit Bakterien düngen wird und heute schon Verpackungsmaterial aus Pilzen herstellen kann. Aber ich höre jetzt wohl besser auf damit … )

Hinterlassen Sie eine Antwort.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top