Warum wir als Kanzlei einen Wissensbereich aufbauen

Gepostet von am Dienstag, 23 Juni, 2015 in Allgemein, Gut gemacht | Keine Kommentare

Ein Gastbeitrag der Anwaltskanzlei Anke Knauf, Leipzig.

Als Anwaltskanzlei besteht ein Hauptschwerpunkt unserer Dienstleistung in der Vermittlung und dem Anwenden von Wissen. Mandanten kommen zu uns und fragen, wie sie in bestimmten Fällen handeln sollen. Das Wissen daraus beziehen wir als Anwälte aus unserem jahrelangen Jura-Studium und unserer praktischen Berufserfahrung.

Naturgemäß stellt man uns immer wieder Fragen, die sich sehr ähneln. Für die Mandanten ist ihre Situation fast immer eine neue Erfahrung – aber für uns ist die Beantwortung oft Routine. Was liegt da näher, als solche wiederkehrenden Fragen zu sammeln, aufzuschreiben und die Sachlage umfassend zu erklären?

Die Rechtspedia, um Wissen bereitzustellen

So kamen wir auf die Idee, einen allgemeinen Wissensbereich aufzubauen und dazu eine neue Rubrik auf unserer Kanzleiseite zu eröffnen. Wir waren uns jedoch von Anfang an einig, dass wir diese Seiten von plumpen Werbeaussagen freihalten wollten. Das Hauptanliegen war wirklich, unser Wissen bereitzustellen. Als Kanzlei für Familienrecht bekamen wir jeden Tag Anfragen zu Themen rund um Sorgerecht, Ehe und Scheidung, per E-Mail oder im Gespräch. Wir mussten sie nur noch von Einzelfall lösen, thematisch ordnen – und natürlich umfassend beantworten.

Ein wenig waren wir dabei von der „Wikipedia“ inspiriert – auch sie entstand ursprünglich aus einem kleinen Team, das ein offenes und flexibles Lexikon im Internet erstellen wollte. Es legte den Grundstein zu einem der wichtigsten Wissensportale im weltweiten Netz. Ein Wissensportal für Recht schwebte uns auch vor, deshalb entschlossen wir uns, unseren Wissensbereich „Rechtspedia“ zu nennen.

Wir haben uns bewusst gegen ein Weblog oder einen News-Bereich als Medienformate entschieden. Beide Medien basieren auf der Aktualität der einzelnen Beiträge, es müsste also sehr regelmäßig neue Beiträge geben. Uns schwebten jedoch keine brandaktuellen Nachrichten vor, sondern Themen von anhaltender Aktualität. Außerdem sollten die Inhalte für Besucher einfach und vollständig erschließbar sein. Daher entschieden wir uns für die Lexikonform.

Aufbau nach Fachbereichen

Anfangs bestand unsere Rechtspedia nur aus dem Bereich Familienrecht. Heute sind Verwaltungsrecht, Strafrecht und Erbrecht dazugekommen. Inzwischen haben wir elf umfassende Beiträge von Scheidung bis Erbrecht verfasst.

Das Verwaltungsrecht sehen wir dabei mehr als „disziplinübergreifende“ Angelegenheit – Fragen zum Anspruch auf einen Kindergartenplatz beispielsweise betreffen zwar Familien, fallen aber unter das Verwaltungsrecht.

Das Schöne: Ein Wissensbereich kann immer weiter ausgebaut werden. Jeder neue Beitrag in der Rechtspedia bringt mehr Wissen auf die Seite, zieht neue Besucher an und veredelt die Webseite als „Aushängeschild“ für die Kanzlei.

Suche nach Fragen

Um möglichst umfassende Antworten zu einem Thema zu geben, bedarf es möglichst vieler Fragen. Deshalb haben wir unseren „Fragen-Fänger“ über Gespräche und schriftliche Anfragen an die Kanzlei hinaus erweitert. Das Internet ist voll von Fragen – es gibt viele Frage-Antwort-Portale, in denen rechtliche Anliegen diskutiert werden. Die Qualität der Antworten sei dahingestellt – für uns zählt, dass dort Menschen Fragen nach dem stellen, was sie beschäftigt, und uns damit Anregungen zu neuen Artikeln liefern.

Ein Beispiel war unser Beitrag zur einvernehmlichen Scheidung. Er entstand, als wir sahen, wie oft dieses Thema in Online-Foren falsch dargestellt wird. Mal wird bestritten, dass ein Rechtsanwalt bei einer Scheidung ausreichen kann, dann wird missverstanden, dass auch in diesem Fall der Anwalt nur eine Seite vertritt. Daneben zeigte sich, dass die Dauer der einvernehmlichen Scheidung für viele Interessenten besonders wichtig war. So entwickelt man ein Gespür für Fragestellungen, Informationsbedarfe und Vorgehensweisen: Wo müssen wir suchen, welche Schlagworte sollten wir bei Google eingeben?

Tipp: Um herauszufinden, was in Foren zu einem bestimmten Thema gefragt und verbreitet wird, kann man Google-Operatoren nutzen. Gibt man bei der Suchmaschine inurl:forum einvernehmliche Scheidung ein, werden ausschließlich Seiten angezeigt, die in ihrer URL den Begriff „Forum“ aufweisen und das gewünschte Schlagwort „einvernehmliche Scheidung“ enthalten. Es gibt noch viele weitere Google-Operatoren, die man für solche Recherchen nutzen kann.

Fazit: Unser Wissensbereich

Unsere Kanzlei-Wissensseite wird stark frequentiert – sie hat sich als ein guter Weg erwiesen, um Wissen unkommerziell bereitzustellen und Besucher anzulocken. Viele Mandanten sprechen uns auf diese Beiträge an. Zudem spart uns das publizierte Wissen Zeit, manchen Mandanten geben wir die passenden Artikel in gedruckter Form mit auf den Weg oder verweisen auf die Ressource für den Fall, dass zusätzliche Fragen aufkommen.

Entscheidend ist jedoch die Außenwirkung. Das Schaufenster der Kanzlei ist heutzutage die Kanzlei-Webseite. Wenn ein Interessent gleich beim ersten Besuch Antworten auf einige seiner Fragen findet, steigt die Chance, ihn als Mandanten zu gewinnen.

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